Undervolting
Beim Undervolting wird die Betriebsspannung von CPU oder GPU reduziert, um Temperaturen und Stromverbrauch zu senken – oft ohne Leistungsverlust.
Undervolting bedeutet, die Spannung, die eine CPU oder GPU erhält, gezielt zu reduzieren. Da Prozessoren ab Werk mit einer gewissen Sicherheitsmarge bei der Spannung betrieben werden, lässt sich diese oft um 5 bis 15 Prozent senken, ohne dass Leistung verloren geht. Das Ergebnis: niedrigere Temperaturen (typisch 5 bis 15 Grad Celsius weniger), geringerer Stromverbrauch und leisere Lüfter. Undervolting ist das Gegenstück zum Overclocking und deutlich risikoärmer – im schlimmsten Fall wird das System instabil und startet neu, Hardware-Schäden sind praktisch ausgeschlossen. Besonders bei Laptops ist Undervolting beliebt, um Überhitzung und Throttling zu reduzieren.
Worauf solltest du achten?
Gehe beim Undervolting schrittweise vor: Senke die Spannung in kleinen Schritten (z. B. 10 bis 20 mV) und teste nach jeder Änderung die Stabilität mit Benchmarks oder Spielen. Für NVIDIA-GPUs ist MSI Afterburner das Standardwerkzeug – über die Spannungs-/Frequenzkurve (Strg+F) lässt sich die gewünschte Frequenz bei niedrigerer Spannung fixieren. Bei AMD-Grafikkarten funktioniert es direkt über die Adrenalin-Software. CPU-Undervolting erfolgt bei AMD Ryzen über den Curve Optimizer im BIOS (negative Werte einstellen), bei Intel über VCore-Offset im BIOS. Beachte, dass jeder Chip anders ist – was bei einem Exemplar stabil läuft, muss bei einem anderen nicht funktionieren. Teste Langzeitstabilität mit Tools wie Prime95 (CPU) oder FurMark (GPU) mindestens 30 Minuten lang.
Im Alltag
Im Alltag macht sich Undervolting vor allem durch leisere Lüfter und kühlere Komponenten bemerkbar. Ein undervolted System bleibt auch in längeren Gaming-Sessions ruhiger, da die Kühlung weniger arbeiten muss. Bei Laptops kann Undervolting den Unterschied zwischen einem drosselnden und einem flüssig laufenden Gerät ausmachen, da die eingebaute Kühlung dort oft knapp dimensioniert ist. Der reduzierte Stromverbrauch macht sich bei Desktop-PCs auf der Stromrechnung kaum bemerkbar, summiert sich bei einem Server oder dauerhaft laufenden System aber über die Monate. Die Kombination aus Undervolting und leichtem Overclocking ist besonders effektiv: Du erhältst mehr Leistung bei gleicher oder sogar niedrigerer TDP.
Verwandte Begriffe
TDP
Thermal Design Power gibt die maximale Wärmeabgabe eines Prozessors oder einer Grafikkarte in Watt an und bestimmt die nötige Kühlleistung.
Overclocking
Beim Overclocking werden CPU oder GPU über die Werkseinstellungen hinaus getaktet, um mehr Leistung herauszuholen.
CPU
Die CPU (Central Processing Unit) ist der Prozessor – das Herzstück deines Computers, das alle Berechnungen durchführt.
GPU
Die GPU (Graphics Processing Unit) ist die Grafikkarte – zuständig für die Bildberechnung und unverzichtbar für Gaming und Grafikarbeit.
Thermal Throttling
Automatische Leistungsreduzierung von CPU oder GPU bei Überhitzung zum Schutz der Hardware.