Roaming-Gebühren: Weiterhin keine Einigung in der EU

Von Michael D.

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Die Abschaffung der nervenden Roaming-Gebühren die für das Jahr 2015 vorgesehen waren, wird immer unwahrscheinlicher. Lettland gibt noch einmal alles und startet einen Rettungsversuch.

Seit 2007 bereits plant die EU-Kommision und das Europäische Parlament die Roaming-Gebühren im Ausland abzuschaffen. Dennoch stockt das ganze Vorhaben immer wieder. Erst vor kurzem hat unser Verkehrsminister und wie ich ihn gerne nenne „Internetminister“ Dobrindt (CSU) sich mal wieder stark für die Abschaffung der Gebühren gemacht, die uns allen ein Loch in die Geldbörse reißen, wenn wir mal im Ausland eine Runde mit dem Smartphone surfen wollen, bzw. einfach nur mal die Familie zu Hause anrufen möchten.

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Die geplante Einführung des Projekts „Roam-Like-at-Home“ (RLH) stößt bei den Netzanbietern auf ziemlich wenig Begeisterung. RLH soll dafür gut sein, dass man im Ausland zu den selben Konditionen telefonieren und surfen kann wie in der Heimat. Die Netzbetreiber haben jedoch dahingegen Angst, dass sich pfiffige Nutzer eine billige Karte mit sehr günstigem Tarif aus dem Ausland holen und dann hier im eigenen Land sozusagen ein „Dauer-Roaming“ betreiben.

Der Europäische Rat ist sich weiterhin einig, dass die Gebühren fallen sollen, nur sind sich sämtliche Mitgliedsstaaten einfach nicht einig. Die nächste standardmäßige Überprüfung wäre erst im Jahr 2016.

Der lettische Ratspräsident hat den Vorschlag der Regulierungsbehörde mit der RLH-Einführung durch ein sogenanntes „Fair-Use-Prinzip“ als Kompromiss aufgegriffen. Damit kein Dauer-Roaming betrieben wird, sollen die Netzbetreiber eine Art Gebühr für die Nutzung von Roaming erheben können. Ein Beispiel wäre eine Art „Dienstvolumen“, was unserem Datenvolumen gleich kommen würde. Das würde den Mobilfunkanbietern weiterhin ihre Freiheiten lassen. Wie es scheint, soll dieser Vorschlag bei den Ministern für offene Ohren gesorgt haben.

Ich hoffe wirklich, dass vor dem nächsten Sommerurlaub die Roaming-Gebühren etwas fallen werden und das die lettische Regierung das Zepter mal etwas in die Hand nimmt und die Sache nach vorne bringt.

Quelle: MobiFlip Wiki Bitkom