Pokemon GO: Der neue Suchtfaktor auf dem Smartphone

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Der Ansturm auf das Spiel Pokemon GO ist gewaltig. Das Smartphone-Spiel stürmt die Charts, die Server sind gnadenlos überlastet. 

Pokemon GO ist nicht das erste Smartphone-Spiel, das Augmented Reality nutzt, aber das erste welches so hohe Wellen schlägt – und zwar in Rekordzeit. Knapp 14 Stunden benötigte die iOS-App, um in den USA an die Spitze der Charts zu stürmen. Android-Nutzer sind kaum weniger auf der Jagd nach den kleinen Monstern. In Neuseeland und Australien, wo die App seit kurzem verfügbar ist, schlägt sie ebenfalls ein wie eine Bombe. Das begeistert nicht nur den Hersteller Nintendo, sondern auch dessen Anteilhaber. Die Aktie schoss um fast 25 Prozent in die Höhe.

Deutschland muss warten

Wie lange wir hierzulande auf einen offiziellen Start von Pokemon GO warten müssen, bleibt leider unklar. Der Anbieter möchte sicher gehen, dass die Server stabil laufen, bevor man die Veröffentlichung fortsetzt. Ursprünglich hätten wir schon vergangene Woche im deutschen App-Store mit dem Highlight rechnen können. Bisher ist das Spiel ausschließlich in den USA, Australien und Neuseeland erhältlich. Allerdings laden sich viele potentielle Pokemon-Trainer aus anderen Teilen der Welt den Titel über Umwege aus dem Internet, sodass Pokemon GO bereits weltweit gezockt wird. Das dürfte auch einer der Hauptgründe für die Überlastung der Server sein.

Augmented Reality  –  was ist das?

Das Besondere von Augmented Reality ist, dass virtuelle Gegenstände in die Umgebung der Spieler eingeblendet werden, die sie „durch“ das Display eines Smartphones oder Tablets betrachten. Ihre aktuelle Position stellt das Gerät auf dem Sie spielen via GPS fest. Entwicklerstudio Niantic Labs hat mit Ingress bereits mehrere Millionen Spieler begeistert, die weltweit um die Kontrolle von Portalen gegeneinander kämpfen. Für das seit 20 Jahren bewährte Spielprinzip von Pokemon ist Augmented Reality perfekt geeignet. Spieler spüren Monster in ihrer Umgebung auf und versuchen sie einzufangen. Diese können sie trainieren und in Kämpfen gegen andere Pokemon antreten lassen.

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Serverprobleme behindern den schnellen globalen Erfolg

Der gewaltige Ansturm hat Nintendo und Entwicklerstudio Niantic Labs offensichtlich überrascht, die Infrastruktur kam mit der großen Anzahl von Spielern nicht klar. Schon kurz nach Start von Pokemon GO am 6. Juli häuften sich die Meldungen von Spielern, die sich nicht anmelden konnten und die Macher der App mussten die Serverprobleme eingestehen. „Wir dachten schon, dass das Spiel erfolgreich sein wird, aber es hat offensichtlich einen Nerv getroffen“, sagte Niantic-Chef Hohn Hanke. Damit aus dem Mega-Erfolg kein Mega-Reinfall wird, startet Pokemon GO vorerst nicht in weiteren Ländern. Sobald die Server-Kapazitäten ausreichend sind, wird das Spiel unter anderem auch in Deutschland in den App-Stores verfügbar sein.

Viele wollen aber nicht solange warten. Für den Zusammenbruch der Server sind auch ungeduldige Android-Nutzer verantwortlich, die sich das Spiel über inoffizielle Quellen herunterladen und so auch in Ländern in denen das Spiel bisher nicht veröffentlicht wurde in die augmentierte Welt der Pokemon eintauchen können, wo es offiziell noch nicht möglich ist.

Wasserleiche statt Wasser-Pokemon

In den vereinigten Staaten von Amerika wandern Pokemon-Trainer bereits in Scharen durch Straßen, Parks oder die freie Natur. Dabei hatte eine 19-jährige im US-Bundesstaat Wyoming ein Erlebnis der etwas anderen Art. Der jungen Frau wurde ein Wasser-Pokemon an einem nahe gelegenen Flussufer auf dem Display angezeigt. Dort stieß sie auf eine im Wasser treibende Leiche. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Tote beim Fangen von Pokemon ums Leben gekommen ist. Wer Pokemon jedoch vom Gameboy oder anderen in die Jahre gekommenen Konsolen kennt der weiß, dass auch wilde Pokemon durchaus in der Lage sind sich zu wehren, sollte man versuchen sie zu fangen.

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Datenschutz im Team-Rocket-Style

Schauen wir mal im Detail in die Privatsphäre-Bestimmungen wird klar, dass in jedem Abschnitt Formulierungen benutzt werden, die lediglich Beispiele von gesammelten Daten aufzählen. Was tatsächlich gesammelt und weitergegeben wird, geht nicht eindeutig aus der Datenschutzbestimmung hervor. Gespeichert wird unter anderem die Email-Adresse, Geburtsdatum, Ingame-Nachrichten und der GPS-Verlauf. Diese und andere Daten werden zudem an Dritte weitergegeben. Die meisten Spieler wird das nicht abschrecken, jedoch sollte man wenigstens wissen was mit seinen Daten passiert und was die Zustimmungen beim Installieren der App bedeutet.