Massenüberwachung: BND sammelt mehr Daten als bisher bekannt

Von Michael D.

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Der Bundesnachrichtendienst kurz BND zeichnet offenbar viel mehr Telefondaten auf wie bisher angenommen wurde. Diese Daten werden fleißig an die Geheimdienst-Kollegen der NSA in die Vereinigten Staaten übermittelt.

220 Millionen sogenannter Metadaten werden dem Medienbericht von Zeit-Online  zufolge von unserem Bundesnachrichtendienst gespeichert. Davon werden ein Prozent der Daten für 10 Jahre archiviert und für „weitere Untersuchungen gespeichert“. Das unser Geheimdienst solche Daten an die NSA weiterleitet, ist bereits seit längerem bekannt. Doch das Ausmaß scheint größer zu sein wie angenommen.

Zu aller erstes die Frage: Was sind Metadaten? Metadaten sind eine Sammlung von Daten und Eigenschaften von etwas bestimmtem. Als Beispiel nehmen wir ein ganz normales Buch. Die Metadaten eines Buches enthalten den Namen des Autors, des Verlages, das Herstellungsdatum des Buches und noch mehr. Es sind grundlegende Informationen über das Objekt. Solche Metadaten gibt es auch in ganz normalen Bildern, wie sie jeder auf seinem Computer oder Smartphone hat. Wann das Bild geschossen wurde kann man anhand der Metadaten sehen – wie groß das Bild ist, wer die Berechtigungen hat und ggf. sogar wo das Bild entstanden ist.

Aber auch wenn nichts verschickt wird, entstehen Metadaten. Alleine wenn wir uns in einem Funknetz befinden oder an einem öffentlichen Netzwerk vorbei laufen. Geheimdienste analysieren diese Daten, um beispielsweise die Beziehungen von Terrorgruppen oder ähnliches zu erkennen. Metadaten sind für Geheimdienste sehr wertvoll. Ohne dabei jemanden direkt zu belauschen, verraten sie mehr über den Überwachten wie er nur im entferntesten ahnen könnte.

Edward Snowden. Bild Wikileakschannel

Edward Snowden. Bild Wikileakschannel

Angeblich stammen die Daten die der BND sammelt aus „ausländischen Wählverkehren“. Woher der Nachrichtendienst diese Daten jedoch bezieht ist unklar.  Der BND hat beim Bundestag 300 Millionen Euro zusätzliche Leistungen beantragt um das ganze weiterhin auszubauen.

Die meisten Bürger sind sich dieser Art von Massenüberwachung gar nicht bewusst.

„Aber selbst wenn Metadaten nicht unter dem Schutz des Grundgesetzes stehen sollten, müsste sich der BND eine Langfrist-Datenbank, die nach dem Gesetz eine „automatisierte Datei“ ist, vom Kanzleramt genehmigen lassen. Über jede automatisierte Datei, in der Daten länger als sechs Monate gespeichert werden sollen, muss außerdem die Bundesbeauftragte für Datenschutz informiert werden.“

Ob dies geschehen ist, ist jedoch Unklar. Es bleibt also nur die Hoffnung, dass die Datensammlung ordentlich genehmigt wurde und der Bundestag solch eine Budget-Aufstockung ablehnt, bevor wir uns überhaupt nicht mehr frei durch die Netze bewegen können.

Quelle: Zeit Spiegel Wiki