Google Atlas: Das kann der humanoide Roboter

 

von Philip D.

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Google Atlas: Das kann der humanoide Roboter

 

Optisch gleicht er einer Mischung aus Terminator und Nummer 5. Google Atlas gehört zur Elite der humanoiden Roboter auf dieser Welt. Im Finale eines dreijährigen Turniers muss er jetzt zeigen, was er im Ernstfall kann.

 

Nicht alle Projekte von Google dienen ausschließlich friedlichen Zwecken. Deutlich sieht man das an der Roboter-Schmiede Boston Dynamics, welche von Google im Jahr 2013 geschluckt wurde. Hauptkunde ist das US-Militär und die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministerium DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency). Manchmal bewirken Militärprojekte aber auch Gutes.

Die DARPA veranstaltet das Roboter-Turnier DRC (DARPA Robotics Challenge), welches seit Oktober 2012 stattfindet. In diesem Turnier ballern aber keine Kampfroboter wie Terminator aufeinander. Das Ziel ist es, einen Bodenroboter zu entwickeln, der in der Lage ist in gefährlichen und schwierigen Umgebungen komplexe Aufgaben zu erfüllen. Die Idee für diesen Wettkampf soll durch die Katastrophe in Fukushima entstanden sein, da dort für die Arbeit an zerstörten Reaktoren genau solche Helfer fehlen.

Für den Wettkampf stellte die DARPA Modelle ihres Roboters Atlas, welcher von Boston Dynamics entwickelt wurde, zur Verfügung. Die teilnehmenden Teams müssen den Roboter mit ihrer Software dazu bringen, einen Auftrag in einem simulierten Katastrophengebiet ausführen zu können. Vieles wurde für das Finale im Juni 2015 verbessert. So kommt der Roboter inzwischen komplett ohne Stromkabel aus. Dadurch hat er deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Stürzen die Roboter oder bleiben sie irgendwo stecken, müssen sie sich alleine aus der Situation befreien. Die Veranstalter unterbrechen gelegentlich den Kontakt zwischen Mensch und Maschine, um es realistischer wirken zu lassen. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von zwei Millionen US-Dollar, die Vize-Meister eine Million US-Dollar und die Drittplatzierten 500.000 US-Dollar.

 

google atlas

 

„Atlas ist ein in höchstem Maße mobiler menschenähnlicher Roboter, der konzipiert worden ist, um sich draußen in schwierigem Gelände zu bewegen“, erklärt das Entwicklerteam von Boston Dynamics. Die Maschine gehöre zu den fortschrittlichsten ihrer Art weltweit. „Sie kann sich zweibeinig fortbewegen, sodass die oberen Gliedmaßen frei bleiben, um etwas anzuheben oder zu tragen. Gleichzeitig ist Atlas aber auch stark und koordiniert genug, um etwa bei schwierigen Passagen mit Händen und Füßen klettern zu können.“ Dadurch soll der Roboter zukünftig in der Lage sein, selbständig Rettungsmissionen auszuführen und so in Situationen helfen, in denen Menschen nichts bewirken können.

Die aktuellste Version ist 1.88 Meter groß und wiegt 156,4 Kilogramm. Er kann Türgriffe bewegen, ohne den ganzen Arm einzusetzen und weitere intelligente Handlungen.

Die Energie für ihren hydraulischen Antrieb bezieht die Hightech-Maschine aus einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 3,7 Kilowattstunden. Bei gemischten Einsätzen wie Gehen, Treppensteigen oder das Einsetzen von Werkzeug sei ein Betrieb von bis zu einer Stunde möglich.

 

 

Google forscht an Projekten für die Zukunft, um die momentanen Grenzen des Möglichen zu unseren Gunstem zu verschieben.

Zu weiter Projekten zählt auch die Datenbrille Google Glass , die selbstfahrenden Autos von Google, und das Baukasten-Smartphone Ara.

 

 

Quelle: n-tv