Google Ara – Projekt Baukastenhandy

 

von Philip D.

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Das Smartphone zum Selberbauen – Projekt Ara

 

Jedes Smartphone soll ein Unikat werden. Beim Projekt Ara von Google kann sich jeder sein Smartphone aus einzelnen Komponenten selbst zusammensetzen. Erste Verkäufe sind für dieses Jahr geplant.

 

Den Akku nach einer gewissen Zeit wechseln ist heutzutage für viele Smartphone-Nutzer ein Muss. Mit dem Projekt Ara geht Google jedoch viel weiter. Bei dem Baukasten-Smartphone kann alles den eigenen Bedürfnissen angepasst werden – Akku, Arbeitsspeicher, Kamera und vieles mehr. Bis die neu entwickelte Generation flächendeckend in den Verkauf geht, wird es aber noch etwas dauern. Ein Pilotprojekt für die zweite Jahreshälfte 2015 ist in Puerto Rico geplant.

Zum Verkaufsstart sollen bis zu 30 Module in zehn unterschiedlichen Kategorien verfügbar sein. Über den Ara-Marketplace und die App Ara-Configurator sollen Kunden ihre Smartphones in Zukunft nicht nur selbst zusammenstellen, sondern die einzelnen Module auch selbst farblich oder mit Bildmaterial gestalten und dadurch individuell machen können. Dadurch entstehen Smartphones, die technisch perfekt auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer angepasst werden können. Hinzu kommt der Unikat-Faktor. Die Basismodelle, sogenannte „Endoskelette“, bestehen aus einem Aluminiumrahmen mit Display, Prozessor und Funkmodul.

 

 

Durch die Möglichkeit jedes Bauteil einzeln auszutauschen, kann ein Smartphone bei Bedarf einfach aufgerüstet werden, ohne dass gleich ein neues Gerät gekauft werden muss. So entfallen hohe Kosten für Neuanschaffungen und es wird weniger Elektroschrott produziert. Die Lebensdauer der „Endoskelette“ soll fünf bis sechs Jahre betragen. Ein weiteres Potential bietet der sekundäre Markt der Baukasten-Smartphones. Hier werden einzelne Komponenten getauscht oder weiterverkauft.

 

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Auf Puerto Rico fiel die Wahl, da hier der Anteil der Internetnutzung über Smartphones bei unglaublichen 77 Prozent liegt. Die Netzbetreiber in der Region sind sowohl lateinamerikanische Anbieter sowie US-Unternehmen. Hinzu kommt, dass die US-Netzbehörde FCC die Zulassung von Smartphones auch in Puerto Rico regelt. Bei einem Erfolg des Pilotprojekts wäre der Weg in die USA also auch sofort geebnet.

Ziel ist es, aus den Erfahrungen in dem kleinen karibischen US-Außengebiet zu lernen und alles für eine breite Markteinführung so perfekt wie möglich zu gestalten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich Kunden durch die große Wahlfreiheit überfordert fühlen. Die Baukasten-Sensationen sollen aus mobilen Verkausstationen verkauft werden. In diesen kann man die Neuheiten auch erst testen, bevor man sich auf einzelne Komponenten festlegt.

 

Google-Ara-Verkaufswagen

 

Ob Ara auch nach Deutschland kommt ist momentan noch unsicher. Spätestens Anfang 2016 könnten Googles Baukasten-Smartphones in den Verkauf gehen – vorausgesetzt das Pilotprojekt verläuft erfolgreich. Denn dann läuft die zweijährige Zeit ab, die das Team vom Projekt Ara hat um ein marktreifes Gerät vorzustellen.

Ara ist ein Projekt aus dem Forschungslabor „Google X“. Hier forscht Google an Projekten für die Zukunft, um die momentanen Grenzen des Möglichen zu unserem Gunsten zu verschieben.

Zu den X-Projekten zählt auch die Datenbrille Google Glass (wir berichten) oder die selbstfahrenden Autos von Google (wir berichten).

 

 

Quelle: n-tv